Stress und unser Nervensystem: Warum Balance überlebenswichtig ist
- Gianna Reccavallo
- 24. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Der „Fight-or-Flight“-Modus
Schon die Ureinwohner kannten Stress – damals war es der Säbelzahntiger, der plötzlich auftauchte und das Nervensystem in Alarmbereitschaft versetzte. Heute haben wir diesen Tiger nicht mehr, doch die Gefahren sind subtiler geworden: Termine, emotionale Belastungen, Stress in der Beziehung, Druck am Arbeitsplatz, innere Herausforderungen, alte Muster und Glaubenssätze. Dazu kommen die ständigen Stimuli aus Social Media, Nachrichten und der ewige Dopaminkick, den wir uns suchen. All das ist unser moderner Säbelzahntiger – und unser Nervensystem reagiert genauso wie damals: mit Fight-or-Flight-Modus (Kampf-oder-Flucht-Reaktion).
Der Balanceakt des Körpers
Nach jeder Stressreaktion versucht unser Körper, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Das parasympathische Nervensystem – der „Rest-and-Digest“-Modus – sorgt dafür, dass wir uns beruhigen, regenerieren und unsere inneren Systeme wieder harmonisch arbeiten. Doch: Wenn Stress ständig auf uns einwirkt, bleibt der Körper in einer Art Dauer-Alarmzustand. Das bedeutet:
Der Ausgleich gelingt nicht mehr vollständig.
Hormone wie Cortisol bleiben erhöht.
Unser „biomechanisches System“ läuft auf Hochtouren und wird überlastet.
Damit unser Nervensystem immer wieder in den Ruhe-Zustand zurückfinden kann, greift der Körper auf Substanzen zurück, die mitunter kaum oder gar nicht vorhanden sind oder sein könnten – und doch unverzichtbar wären, um die Belastungen des Stresses auszugleichen.
Nährstoffe, Ruhe und die Kraft der Zirbeldrüse
Damit unser Nervensystem diese Balance halten kann, braucht es Unterstützung:
Vollwertige, biologische und frische Kost und reines, strukturiertes Wasser geben dem Körper die Bausteine, die er für Regeneration und Stabilität benötigt.
Ein gut funktionierender Stoffwechsel und eine gesunde Verdauung (täglicher Stuhlgang) sind essenziell, ebenso wie regelmässige Entgiftungen (auch durch Bewegung), die den Körper von Belastungen befreien.
Gesunder Schlaf ist entscheidend, denn er aktiviert die Zirbeldrüse, die in der Nacht vermehrt Melatonin ausschüttet. Dieses Hormon reguliert nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern wirkt auch antioxidativ und unterstützt den Körper bei der nächtlichen Entgiftung und Regeneration.
Meditation und Achtsamkeit fördern die innere Ruhe und stärken die Verbindung zwischen Körper und Geist.
Spaziergänge und Aufenthalte in der Natur sowie ein bewusstes Herunterfahren im Alltag tragen dazu bei, dass der „Rest-and-Digest“-Zustand leichter hergestellt werden kann.

Wenn wir nicht auf uns achten
Bleiben diese Ressourcen aus – keine Ruhe, keine nährstoffreiche Ernährung – dann hinkt unser System hinterher. Der Körper kann den Stress nicht mehr ausbalancieren, die Überlastung wächst.
Zunächst zeigen sich Symptome wie Müdigkeit, Gereiztheit oder Verspannungen.
Später entstehen tiefere Prozesse: Im Körper bildet sich oxidativer Stress, der zu Übersäuerung, Entzündungen und Zellschäden führen kann. Diese Zellbeschädigung bezeichnet man als nitrosativer Stress, die durch ein Übermass an reaktiven Stickstoffverbindungen (z. B. Stickstoffmonoxid und Peroxinitrit) zu Funktionsstörungen und Schäden auf zellulärer Ebene führen.
Die Folgen sind gravierend: Der Körper altert schneller, es entwickeln sich chronische Krankheiten, die das gesamte Immunsystem schwächen und überlasten.
Schliesslich können ernsthafte gesundheitliche Probleme auftreten – wie z.B. Burnout, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein „Kollaps“ des Systems.
Stress ist heute, besonders in der westlichen Welt, unvermeidbar – doch wie wir damit umgehen, entscheidet über unsere Gesundheit. Unser Körper funktioniert ist wie ein fein abgestimmtes Orchester: Es kann nur dann harmonisch spielen, wenn wir ihm ehrliche Pausen, gute und vollwertige Nahrung, positive Gedanken, gesunden Schlaf und Momente der Stille und Achtsamkeit schenken.




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