Warum wir Beschimpfungen nie persönlich nehmen sollten - Die Stimme eines verletzten inneren Kindes
- Gianna Reccavallo
- 18. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
„Du bist so dumm.“
„Mit dir stimmt doch was nicht.“
„Kein Wunder, dass dich niemand mag.“
Solche Worte können wie Dolche ins Herz treffen. Sie brennen, sie verletzen – und sie bleiben oft länger haften, als uns lieb ist. Doch was wäre, wenn wir lernen könnten, sie nicht persönlich zu nehmen? Was wäre, wenn wir erkennen, dass solche Beschimpfungen nicht über uns sprechen, sondern über den Menschen, der sie ausspricht?
Die Wahrheit hinter der Wut
Wenn ein Mensch dich beleidigt, ist das selten ein nüchternes Urteil über deine Person. Es ist vielmehr ein emotionaler Ausbruch, gespeist aus alten Wunden, unerfüllten Bedürfnissen und innerer Not. Oft ist es das innere Kind in diesem Menschen, das sich zu Wort meldet – nicht der reife Erwachsene.
Dieses Kind hat vielleicht nie gelernt, wie man mit Frust, Angst oder Enttäuschung umgeht. Es wurde selbst beschimpft, ignoriert oder abgewertet. Und nun, im Körper eines Erwachsenen, wiederholt es das, was es einst erlebt hat – nicht aus Bosheit, sondern aus Unwissenheit und Schmerz.
Die Beschimpfung als Spiegel
Wenn wir das verstehen, verändert sich alles. Die Worte, die uns treffen sollten, werden zu einem Spiegel, der uns zeigt:
„Hier spricht nicht die Wahrheit über dich - hier spricht die Verletzung des anderen.“
Das ist kein Freifahrtschein für respektloses Verhalten. Aber es ist ein Schlüssel zur inneren Freiheit. Denn wenn wir erkennen, dass die Beleidigung nicht unser Eigentum ist, können wir sie dort lassen, wo sie hingehört: beim Absender.
Was du tun kannst
Atme tief durch. Spüre, dass du sicher bist.
Erkenne die Projektion. Sag dir innerlich: „Das ist nicht meins.“
Setze liebevolle Grenzen. Du darfst dich schützen – ohne Gegenschlag.
Übe Mitgefühl. Nicht für das Verhalten, sondern für die dahinterliegende Verletzung.
Stärke deinen Selbstwert. Du bist nicht das, was andere in dir sehen – du bist, was du in dir erkennst.

Eine neue Haltung
Wenn wir lernen, Beschimpfungen nicht persönlich zu nehmen, gewinnen wir etwas Kostbares: Innere Ruhe. Klarheit. Souveränität. Wir hören auf, auf jede Spitze zu reagieren. Stattdessen sehen wir tiefer – und begegnen dem anderen nicht mit Gegenschlag, sondern mit Bewusstsein.
Denn manchmal ist der lauteste Schrei nur der Ausdruck eines Kindes, das sich nie gehört fühlte.




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