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💔 Wie Trauma uns prägt und warum Heilung möglich ist

  • Gianna Reccavallo
  • 5. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Jeder Mensch trägt ein oder mehrere Traumata in sich. Trauma ist Teil des Menschseins – ob bewusst oder unbewusst. Es ist kein rein psychologischer Ausnahmezustand. Es ist eine Erfahrung, die das Nervensystem überfordert – und uns dabei tiefgreifend von unserem inneren Selbst entfremden kann.

In der Trauma-Arbeit unterscheidet man von zwei Hauptformen biografischer Traumata:

1. Schocktrauma

Ein plötzlicher, überwältigender Einschnitt – etwa ein Autounfall, ein Übergriff, eine Naturkatastrophe. Ereignisse, bei denen unser Körper in Sekunden in Überlebensmodus schaltet. Die Welt ist danach nicht mehr dieselbe – weil der innere Kompass zersplittert.

2. Entwicklungstrauma

Subtiler, aber nicht weniger wirksam: Es entsteht über lange Zeiträume, meist in der Kindheit, durch mangelnde Zuwendung, emotionale Kälte, Herabsetzung oder das Erleben, nicht so sein zu dürfen, wie man ist.

Ein Kind, das lernt, dass seine Gefühle „zu viel“ oder „falsch“ sind, beginnt sich selbst zu verlassen. Die Trennung von Körperwahrnehmung, Gefühl und Identität beginnt oft früh – und bleibt unbewusst tief wirksam.


Was Trauma mit uns macht

Trauma trennt. Es trennt uns von unserem Körper, von unseren Gefühlen, von unserem Selbstwert. Wer sich selbst kaum spürt, der erkennt auch Gefahrensignale nicht mehr richtig – was das Unfallrisiko erhöht. Und das Immunsystem leidet, weil dauerhafte Alarmbereitschaft kein Zustand der Heilung ist.

Viele spüren die Auswirkungen, ohne den Ursprung zu kennen: chronische Erschöpfung, diffuse Ängste, Gereiztheit, körperliche Beschwerden ohne Befund.


🌿 Trauma ist reversibel – wenn Verbindung möglich wird

Trauma ist heilbar. Unser Nervensystem kann sich neu organisieren, wenn wir in einem Umfeld leben, das uns diese Grundbedürfnisse wieder spüren lässt – in unserem Körper, in unseren Beziehungen, in unserem Leben:

  1. Verbindung und Verbundenheit – das Erleben von echtem Kontakt, Zugehörigkeit und emotionaler Nähe

  2. Versorgung – das Gefühl, dass unsere Bedürfnisse gesehen, verstanden und liebevoll erfüllt werden

  3. Schutz – ein sicherer Raum, in dem wir uns körperlich und seelisch sicher fühlen dürfen

  4. Wachstum – die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln, neue Erfahrungen zu machen und innere Ressourcen zu entfalten

  5. Entwicklung – ein Prozess, in dem wir uns selbst wiederentdecken, neue Perspektiven gewinnen und unser Leben aktiv gestalten


Wenn diese fünf Elemente spürbar werden, beginnt Heilung – nicht als Rückkehr zum „Davor“, sondern als Weg in ein neues, lebendigeres Selbst.

Trauma ist nicht das, was uns passiert, sondern das, was in uns geschieht, wenn wir mit dem Erlebten allein bleiben.“ – Gabor Maté


Wenn wir beginnen, Mitgefühl mit uns selbst zu entwickeln und uns erlauben, wieder in echten Kontakt mit unserem Körper, unseren Gefühlen und unserer Lebendigkeit zu treten, beginnt ein tiefer Prozess der Heilung – und der Integration. Denn Heilung bedeutet nicht, das Erlebte zu vergessen oder zu verdrängen, sondern es anzuerkennen, zu halten und unsere abgespaltenen Schattenteile wieder in unser Selbst zu integrieren.

Diese Schatten – die verletzten, wütenden, ängstlichen oder beschämten Anteile – wollen nicht bekämpft, sondern gesehen und angenommen werden. Erst wenn wir ihnen Raum geben, können sie sich wandeln. Erst dann wird aus innerer Zerrissenheit wieder Ganzheit.

Und mehr noch: Wir können über das Erlebte hinauswachsen. In ein Leben, das Sinn macht. Das erfüllt. Und das verbindet.



 
 
 

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